Montag, 21.05.2018 16:28 Uhr

15. art Karlsruhe läuft gut

Verantwortlicher Autor: Karl J. Pfaff Karlsruhe, 25.02.2018, 22:37 Uhr
Presse-Ressort von: LifestyleWeinKultur Bericht 5470x gelesen

Karlsruhe [ENA] „Kunst kaufen macht glücklich“, mit diesen Worten eröffnete Kurator Ewald Karl Schrade die 15. art Karlsruhe bei der Vernissage. Messechefin Britta Wirtz ergänzte: „Und wir konnten dafür sorgen, dass gestern an der Preview in den Karlsruher Messehallen zahlreiche glückliche Gesichter zu sehen waren. Dies bestätigt unseren Kurs: Der Spagat zwischen der Beibehaltung von Bewährtem und dem Wagnis von Neuerungen ist uns, das mag ich behaupten, über die Jahre hinweg sehr gut gelungen – die art Karlsruhe hat sich hervorragend weiterentwickelt.“

In der Tat vereint die art Karlsruhe Elemente des Raums, vom Zweidimensionalen über das Relief hin zur dreidimensionalen Raumergreifung in übergroßen Reality-Inszenierungen. Bedeutende Künstler wie Armin Müller-Stahl, Markus Lübbertz und auch Klaus Staeck waren am Preview-Tag an den Galerieständen anzutreffen. Patricia Kamp begleitete die Sonderschau Frieder Burda, die in diesem Jahr eine hervorgehobene Position einnahm.

Armin Müller-Stahl
Markus Lüppertz
Hörl bei SWR
Serielle Kunst Signierung

Aber auch die Macht des künstlerischen Wortes nahm ihren Raum ein. Prof. Ottmar Hörl manifestierte im Rahmen von SWR2 seine Standpunkte zu demokratischer Kunst, der Möglichkeit künstlerische Objekte in ihrer Originalität durch serielle Vervielfachung preiswert für alle Kunstliebhaber zugänglich zu machen, vergleichbar mit der seriellen Herstellung täglicher Alltagsgegenstände wie Waschmaschinen, PCs usw. . So schuf er mit „ZORRO“, einem Specht, ein neues Multiple, speziell für die Kunstmesse. Gilt doch der Specht als wahrer Baumeister, in der Mythologie als Gott des Waldes oder wurde auf Grund seiner Lautsprache auch als Glücksspecht bezeichnet.

Glücklich zeigen sich bereits zu Beginn einige Galeristen: Eine stimmungsvolle und verkaufsstarke Preview bescherte einen sehr positiven Start in die 15. Ausgabe der Kunstmesse. „Schon zu Messebeginn haben wir gleich im hochpreisigen Segment ein Bild von Gabriele Münter verkauft“, fasst Galeristin Jutta Bengelsträter kurz und bündig, die sich schwerpunktmäßig der Klassischen Moderne und Gegenwartskunst widmet, die Preview zusammen. Ebenfalls freute sich Galerist Bert Schlichtenmaier : „Die Preview brachte wieder ein gutes Sammlerpublikum nach Karlsruhe – wir sind schon jetzt rundum zufrieden. Die art Karlsruhe ist für uns auch Bestätigung unseres Kurses: Qualität setzt sich mehr und mehr durch.

Antonio de Prete
ArtWar
Rosen
BurdaSalon

Es gibt aber nicht nur bei den klassischen, sondern auch den zeitgenössischen Positionen ein reges Interesse. Die Galerie Rother Winter berichtete über Verkäufe bei der Preview, die insgesamt im höheren fünfstelligen Bereich lagen. Auch ein Neuzugang aus Barcelona war direkt überzeugt: „Wir sind schon jetzt sehr, sehr zufrieden. Schon vor der offiziellen Eröffnung haben wir zwei Kunstwerke verkauft, eine Arbeit von Antoni Tapiès, eine von Paul Jenkins, außerdem hatten wir bereits etliche Anfragen und Verkaufsgespräche. Wir kommen wieder“, so Galerist Roque Avaca von der Galeria Cortina.

Cake
Metoo?

Die Galerie Supper aus Baden-Baden vermeldete außerdem Verkäufe von Andreas Wachter, Schüler von Arno Rink, für 18 000 Euro sowie einer Arbeit von Tino Geiss, Schüler von Neo Rauch, die noch am Abend den Besitzer wechselten. Aus der dm-arena/Halle 4, die allerjüngste Positionen präsentiert, meldete die Galerie Geuer & Geuer, dass bereits an der Preview alle Arbeiten von Leon Löwentraut binnen weniger Stunden restlos ausverkauft waren. Die Preise der Werke liegen zwischen 18 000 bis 45 000 Euro.

Marina Sailer
gute Stimmung

Marina Sailer als One Artist Show bei ART Galerie 7 - Meike Knüppe OHG, zeigte sich sehr entspannt. Ihre großformatigen Bilder führen in eine feenhafte Traumwelt, hinter der sich die Vergänglichkeit der Zeit andeutet. Großen Raum nahm die Installation „Ironie des Schicksals“ von Bernd Reiter ein. Die multimedial gespickten technischen Hochleistungssymbole wie Kampfflugzeug und Luxuslimusinen im Crashmodus ließen Assoziationen zu Salvatore Dali im Museum von Figueras aufkommen.

Hans Platschek

20 Skulpturenplätze für den ersten Loth-Skulpturenpreis standen zur Wahl. Insgesamt sorgen die 20 Skulpturenplätze für raumgebende Situationen in den vier Messehallen und laden Besucher zum Verweilen ein. Auch die Enkelin des berühmten Bildhauers Wilhelm Lehmbruck, Christine Rotermund-Lehmbruck, war auf der art KARLSRUHE und berichtete: „Es ist erschlagend viel, aber in dieser Vielfalt kann man Besonderes und Schönes entdecken. Den neu ausgelobten Loth-Skulpturenpreis für Bildhauerei begrüße ich sehr.“

Asiatische Präsenz
Denkende Plastik
neue Moderne
Sterneküche

Am Rande gab es auch einen Aufreger: Der Künstler Baumgärtel empörte sich über seinen Galeristen, der ein Erdogan-Bild nach Protesten in Karlsruhe abgehängt hatte. Das Bild zeigt den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan mit einer Banane im nackten Gesäß. Das Bild "Türkischer Diktator" ist Teil der "Despotenserie – Trump, Kim und Erdogan". Baumgärtel erklärte, er habe sich nun von seinem Galeristen getrennt. Über 50 000 Kunstinteressierte, auch aus dem Ausland waren bei eisigen Temperaturen zur Ausstellung angereist. Die Messeleitung zeigte sich hoch zufrieden.

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